Handlungsfähigkeit der Frau im 15. Jh.

Das Gedenkjahr 2017 war reich an neuen Einsichten bezüglich Dorothee Wyss. Eine unerwartete Perspektive vermittelt die amerikanische Theologin Christina Sasaki im Gedenkbuch Mystiker. Mittler. Mensch., in ihrem Beitrag «Frauen des Mittelalters mit abwesenden Männern: Dorothee Wyss in bester Gesellschaft». Sie schreibt über die Situation der Frauen im 15. Jahrhundert.

Handlungsfähigkeit von alleinstehenden Frauen im Spätmittelalter

Vor allem in der englischsprachigen Literatur finden sich gut dokumentierte Biografien von Frauen des 15. Jahrhunderts, die zwar verheiratet waren und dennoch allein lebten.

Ihre Männer waren abwesend, weil sie gestorben oder aus beruflichen, militärischen oder politischen Gründen selten nach Hause kamen. Diese Frauen sprengten die Grenzen der geltenden Normen und agierten auf bemerkenswerte und aussergewöhnlicher Art und Weise. Durch diese Frauen können wir Dorothee aus einer historisch verbürgten und dennoch spezifisch weiblichen Perspektive neu verstehen.

Darauf aufbauend zeigt Christina Sasaki, dass alleinstehende Frauen damals über Handlungsfähigkeit verfügten, sofern drei Bedingungen erfüllt waren: Gesellschaftlicher Status, Grundbesitz und ein Netzwerk an Familie und Freunden, welche sie unterstützten.

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